
Brächete Zäziwil
Es war diesen Mittwoch, 24. September wieder Zeit für die traditionelle Carfahrt, dieses Jahr nach Zäziwil an die Brächete. Peter Stüssi organisierte alles bestens – für das nicht so optimale Wetter konnte er ja nichts dafür😉. Aber es war ein schöner und toller Tag – ganz herzlichen Dank, Peter!!🥰
Zäziwil liegt erstens im Kiesental und zweitens am Tor zum Emmental zwischen Konolfingen und Langnau i.E.
Zur Erklärung: die Brächtete – „wie zu Gotthelfs Zeiten“: Flachs wurde früher zur Selbstversorgung angebaut. Im Herbst fand nach Verrichtung der Feldarbeiten in jedem Dorf eine Brächete statt. Das Verarbeiten der Flachspflanze bis zum fertigen Produkt entwickelte sich zum fröhlichen Volksfest. Nach dem 2. Weltkrieg konkurrenzierte billige Baumwolle aus dem Ausland den heimischen Leinenstoff und die Seile, welche aus Flachs gewonnen wurden. Dadurch geriet die Brächete zunehmend in Vergessenheit. In Zäziwil liessen 1955 engagierte Persönlichkeiten den Brauch wieder aufleben. An der Brächete können die einzelnen Arbeitsgänge von der Flachspflanze bis zum Leinenstoff oder dem Seil „wie zu Gotthelfs Zeiten“ beobachtet werden.
Frühmorgens um 06:45 trafen wir beim Carparkplatz Landhaus ein, von wo der Reisecar von Rattin mit unserem Chauffeur Rolf um 7 Uhr losfuhr. Über die Autobahn ging es via dem Nordring bis Dietikon und dann weiter über den Mutschellen nach Sarmensdorf über dem Hallwilersee, wo es im schönen und grossen Café Bäckerei Ruckli einen Kaffeehalt gab.
Weiter ging dann die Fahrt via Sempachersee ins schöne Emmental bis nach Zäziwil, wo alle sich zwischen den Ständen verteilten und interessiert den verschiedenen Verrichtungen zuschauten.
Ich versuche, den Ablauf etwas chronologisch darzustellen: März bis April werden die Leinsamen ausgesät. Wenn die Pflanze dann ca. 20 cm hoch ist, müssen sie aufgebunden werden, damit sie später nicht knicken. (Wie immer können die Bilder im Querformat durch draufklicken vergrössert werden).

Unten ein Bild vom Aufbinden bzw. Stickeln.




dann…









Der Dreschflegel wird verwendet, um die Getreidekörner aus den Ähren zu lösen, indem man mit dem Kolben auf die Ähren schlägt. In der Regel wir in einem Rhythmus gedroschen, wobei mehrere Personen im Kreis stehen und synchron arbeiten, um die Effizienz zu steigern.




So wurden Seile und Schnüre jeglicher Art hergestellt.

Es war alles höchst interessant. Es gab auch Hunger – die einen assen in einem der Restaurants, die anderen verpflegten sich an den vielen Ständen.


Dann ging die Carfahrt weiter nach Trubschachen im Herzen des Emmentals zu der wohl allen bekannten Guetzlifabrik, wo es die Möglichkeit gab, sich für zuhause wieder mal einzudecken und auch vor Ort zu verköstigen und probieren.




Es gab die gewohnten Einzelpakete oder dann auch sackweise Guetzli zu kaufen – was das Herz begehrt und der Magen vertrug😁.
Nach dem Besuch bei Kambly hiess es wieder in den Car zu steigen. Nun ging es – umsichtig, wie wir es von Rolf, dem Chauffeur gewohnt sind – manchmal halt auf Umwegen und Ausweichen (es war Abendverkehr plus ein Unfall rund um Zürich🫣🚗🚑🚔) zurück nach Schaffhausen, wo wir um 19:45 eintrafen.
Ich möchte es nicht unterlassen, im Namen aller an Peter einen herzlichen Dank auszusprechen für den schönen Ausflug. Es war toll und wir alle genossen es sehr. Einen ganz herzlichen Dank geht natürlich an unseren Chauffeur Rolf, der uns souverän und mit immer wieder lockeren Sprüchen chauffierte. Gerne mal wieder – Michael.




