
Schlattingen – Diessenhofen, Do. 01.10.2026
Wanderleiter und Organisator: Reto Caprez, Führung und Erklärungen: Erwin Müller „Geschichtenforscher“, Bericht und Bilder: Jürgen Duttlinger.
Eine stattlicher Gruppe unserer Mitglieder, wie meisten waren die Frauen in der Überzahl, wollte wissen was das von Reto in der Beschreibung erwähnte „Rossen – Schälten – Flössen“ am Rhein in der früheren Zeit zu bedeuten hatte. So trafen sich 26 Wanderinnen und Wanderer, um mit ihm von Schlattingen zum Rhein und diesem entlang nach Diessenhofen ins Restaurant Unterhof zu wandern. Dort wo unser Wanderweg, unterhalb vom Dancing Riverside, an den Rhein führte wartete Erwin Müller, um uns mit vielen tollen Informationen bis nach Diessenhofen zu begleiten. Wir wanderten bei angenehmen Temperaturen, bedecktem Himmel aber ohne Regen bis zum Ziel.

Beim Bahnhof in Schlattingen begrüsste Reto die Wandergruppe und erklärte die Wanderung.


Zuerst wanderten wir der Bahnlinie entlang, im Hintergrund Gailingen, später an diesen gwundrigen Tieren vorbei, auf breiten Wegen mit dem Ziel Rhein vor den Augen.

An einer Waldecke der ersten Halt, da gab es von Reto einige Erklärungen zum neu erschaffenen Ruhe Wald.


Der weitere Weg führte uns am Birkenhof und schon mit Sicht zum Rhein an diesem schönen Teich vorbei, bis wir beim Riiäcker an den Rhein gelangten.


Am Rhein angekommen, erwartete uns der Geschichtenforscher Erwin Müller, um kompetent und mit Humor die Bedeutung der Anfangs erwähnten Ausdrücke zu erklären. Mit Blick über den, mit sehr wenig Wasser führenden Rhein, sahen wir die Nikolaus Kapelle von Obergailingen.



Ein schmaler Weg führte uns dem Rhein entlang wo auch, unter anderem diese Schwanenfamilie zu sehen war, in Richtung Diessenhofen. Das Wasser des Rhein war weit unten, wir bekamen sicher keine nassen Schuhe.

Wieder einmal gab es eine Pause mit den Erklärungen von Herr Müller. Wir erfuhren was Rossen bedeutete, das war wenn die schweren Lastschiffe mit teilweise bis zu 15 kräftigen Pferden den Rhein hinauf gezogen wurden. Wo man mit Pferde nicht mehr weiter gehen konnte, weil das Ufer zu steil war, kamen starke Männer zum Einsatz. Natürlich viel mehr als Pferde, die an Seilen die Schiffe zogen. Dabei kam auch das Schälten zum Einsatz, heute würde es Stacheln bedeuten.


Wir näherten uns langsam dem Ziel bei der Badi Diessenhofen und beim Hängiturm erklärte uns Herr Müller wieder etwas aus früheren Zeiten. Zum Beispiel, dass sich im 1700 Jahrhundert in Obergailingen eine Räuberbande (Vagantenclan) versteckte, deren Anführerin eine Frau war, alte Liesel genannt.


Kurz vor der Schifflände Diessenhofen gab es schöne Blumen zu sehen und zum Abschluss die letzten Worte von Herr Müller. In der Nähe der alten Holzbrücke versäumte er es nicht etwas über die damalige Flösserei zu Berichten. Die frühere Holzbrücke, welche von Napoleons Truppen angezündet wurde, hatte 8 Joche. Dadurch war die Durchfahrt unter der Brücke sehr eng. Da konnte es schon mal passieren, dass ein Floss einen Brückenpfeiler rammte, besonders wenn die Flösser den mitgeführten Wein tranken und die fehlende Menge im Fass mit Rheinwasser nachfüllten. Für seine Interessante, lehrreiche mit witzigen Worten gespickte Führung bedankten wir uns bei Erwin Müller und verabschiedeten ihn mit grossem Applaus.



Durstig und hungrig erreichte die Gruppe den Unterhof, wo für uns, im gedeckten Teil, der Gartenwirtschaft Plätze reserviert waren. Der Schreibende genoss dort eine Unterhof Cremschnitte.
An dieser Stelle möchte ich Reto im Namen aller Mitwanderinnen/Wanderer ein herzliches Dankeschön aussprechen, es war ein schöner Tag mit tollen Erklärungen, dafür auch nochmals Herr Erwin Müller ein herzliche Dankeschön.
Freundliche Grüsse
Jürgen Duttlinger

